Bildungsbereiche Hort
Baustein 1: Bildungsauftrag des Hortes
Der Bildungsauftrag des Hortes hat methodisch die Form der offenen Arbeit zur Grundlage. Dies zeigt sich in vielfältigen Lernformen mit unterschiedlichen, entwicklungsspezifischen Schwierigkeitsgraden. Die heranwachsenden Kinder werden auf dem Weg zu selbstständigen und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten begleitet. Wir schaffen dafür Voraussetzungen und gestehen jedem Kind zu, sich selbst zu entfalten. Kinder dürfen Kinder sein. Kind sein bedeutet, die Gelegenheit zu bekommen, sich auszuprobieren und seine eigenen Stärken und Schwächen zu entdecken. Kinder benötigen Raum und Zeit, eigene Erfahrungen zu sammeln. Wir bemühen uns, jedem seine Freiräume zu schaffen, um sich allein oder mit anderen zu beschäftigen. Kinder benötigen auch Grenzen und Strukturen, um sich zu selbständigen und eigenverantwortlichen Menschen zu entwickeln. Wir schaffen gemeinsam, immer wiederkehrende Rituale und vermitteln Fähigkeiten, um Konflikte verbal zu lösen. Wir fördern die Kinder darin, ihre Ängste und Probleme zu benennen und Schwierigkeiten zu überwinden.
Baustein 2: Beteiligung der Kinder an Entscheidungen und Mitgestaltung im Hort/ Partizipation
Merkmale der Partizipation im Hort sind:
das Recht auf Achtung der Persönlichkeit
das Prinzip der Freiwilligkeit
die Förderung der Selbstverantwortung, die Verlässlichkeit und Orientierung.
Die Kinder werden in ihrer Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung durch uns unterstützt und gefördert. Sie haben das Recht auf Zuwendung, Anerkennung sowie Achtung ihrer Persönlichkeit.
Jedes Kind hat das Recht sich an Angeboten zu beteiligen, sich in kleinen Gruppen oder auch allein zurückzuziehen. Insbesondere soll die Selbstverantwortlichkeit bei Konflikten und Streitigkeiten gefördert werden. Kinder dürfen Meinungsverschiedenheiten haben. Sie werden ermutigt Schwierigkeiten zu überwinden und eigene Wege zu finden.
Baustein 3: Bedeutung der Gleichaltrigen und der Gruppe im Hort
Die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren machen eine entscheidende Entwicklung durch, die wesentlich prägend für ihr Sozial- und Bindungsverhalten ist. Eine wichtige Voraussetzung für ein positives Selbstwertgefühl ist, dass die Kinder Erfahrungen in der Gruppe mit Anerkennung, Zuwendung und Sicherheit machen. Die Kinder haben ausreichend gleichaltrige Spielpartner*innen, um passende Freunde zu finden und bestehende Freundschaften zu festigen. Die Spielpartner*innen und Aktivitäten werden von den Pädagogen*innen akzeptiert. Sie haben die Möglichkeit sich im Hort, nach Absprache, selbständig zu bewegen. Dies beruht auf gemeinsam festgelegte Regeln und gegenseitiges Vertrauen. Zusammen mit den Kindern werden die Rahmenbedingungen im Hort so geplant, dass selbstorganisierte Gruppenbildung der Kinder möglich ist. Jedes Kind hat die Möglichkeit, täglich zwischen Personen, Angeboten und Räumen zu wählen. Die Gestaltung der Räume lässt es zu, dass die Kinder täglich, gleichzeitig verschiedene Treffpunkte für informelle Gruppenbildung erhalten.
Baustein 4: Hausaufgabenbetreuung und Schulerfolg
Der Hort unterstützt den Aufbau von Schulerfolgen und deren Schlüsselkompetenzen. Ziel ist es, eine Balance zwischen Hausaufgaben und freier Zeitgestaltung zu finden. Den Kindern stehen dafür geeignete, ungestörte Orte (z.B. Bibliothek) mit Hilfsmitteln zur Verfügung. Der zeitliche Rahmen berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse und die Leistungsfähigkeit der Kinder. Die Kinder tragen Selbstverantwortung für die Erledigung der Hausaufgaben, wobei das Kind entscheidet, wie viel Kraft und Zeit es investiert. Es ist aber auch möglich, in geeigneter Atmosphäre, eine pädagogische Begleitung bei schulischen Aufgaben und Pflichten zu haben. Ziel soll es sein, dass die Kinder selbstständig und eigenverantwortlich ihre Aufgaben erledigen. Sie lernen des Weiteren, ganzheitliche Erfahrungen im Hort zu sammeln, erlerntes Wissen miteinander zu verbinden und diese lebenspraktisch anzuwenden.
So zeigt sich die praktische pädagogische Arbeit im Hort, unter Berücksichtigung der Hortbausteine

